Ob eine Preisformation sinnvoll ist, hängt davon ab, an welcher Stelle sie erscheint. Es sind nicht die Muster, die das Ergebnis bestimmen, sondern der strukturelle Hintergrund + die Verteilung der Dynamik, die entscheiden, wie es weitergeht. Wenn du in einer Seitwärtsbewegung ein Rechteck, ein Dreieck oder ein Keilmuster siehst, sei nicht zu schnell mit deinen Entscheidungen. Diese neutralen Strukturen sind im Wesentlichen ein Austausch von Positionen, sie sind ein Zögern, ein Wettkampf, die Richtung ist unklar, und ein Eingreifen wäre ein Glücksspiel. Aber wenn du in einem starken Trend ein Flaggenmuster, ein aufsteigendes Dreieck oder ein absteigendes Keilmuster siehst, ändert sich die Situation. Das ist kein Zögern, sondern ein Aufladen. Bullen wechseln die Hände, Bären atmen durch, die Richtung hat sich nicht geändert, es ist nur eine vorübergehende Pause. In solchen Momenten einzugreifen, ist im Einklang mit dem Trend, es ist ein Staffelübergang. Und wenn du am Ende eines Trends ein Kopf-Schulter-Muster, ein Doppel-Top oder ein aufsteigendes Keilmuster siehst, dann ist Vorsicht geboten. Der Markt übergibt das Zepter, die Hauptakteure ziehen sich zurück, das Handelsvolumen ändert sich, die Trägheit des Trends beginnt nachzulassen, eine Umkehrung braut sich zusammen. Deshalb ist die Fähigkeit, echte Muster zu lesen, absolut nicht nur das Auswendiglernen von Formationen; Formationen sind ein Teil des strukturellen Rhythmus, nicht der Handelsgrund selbst.
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